Über uns

Wir, das sind Manfred und Karin Wagner aus Schwalmstadt. Unser Heimatort liegt in Nordhessen, dem Herzen der als „Rotkäppchenland“ bekannt gewordenen Schwalm, mit idyllischen Fachwerkdörfern und einer schönen Mittelgebirgslandschaft von hohem Freizeitwert. In dieser ländlich geprägten Region sammelten die Gebrüder Grimm den Stoff für einige ihrer Märchenerzählungen und hier entstand in Willingshausen die erste Malerkolonie Europas. Dank der Nähe zu verschiedenen Autobahnen sind wir trotz aller Idylle nicht abgeschieden, sondern gut zu erreichen.

Es war im Jahr 1980, dass wir sozusagen “auf den Hund” kamen. Alles begann mit dem Lesen von Heiko Gebhardts Buch “Du armer Hund” (Hrsg. Henri Nannen, Hamburg 1978). Der seinerzeit durch viele kritische Veröffentlichungen bekannte Journalist des „Stern” hatte zunächst unter der Überschrift „Deutschland, deine Hunde” eine Serie im „Stern” veröffentlicht, die kurz darauf in Buchform erschien. Gebhardt, selbst Hundefreund und Züchter, prangerte in seinem Buch die Massenproduktion von Hunden an, beschrieb Hundeleid und -elend, gab aber ebenso fundierte Rassebeschreibungen und Tipps, „welcher Hundetyp für welchen Menschentyp der Richtige ist.“

Der Autor, selbst mit einem Airedale Terrier aufgewachsen und dieser Rasse treu geblieben, schilderte sein Leben mit dieser Hunderasse mit so viel Herzblut, dass wir uns für die Anschaffung eines Hundes, und zwar eines Airedales, zu interessieren begannen.

Gesehen hatte ich, Karin, bis dahin noch keinen. Wie ich auch nicht behaupten konnte, viele, insbesondere gute, Erfahrungen mit Hunden zu haben. In Kindertagen führte unser Nachbar gerne die Zuverlässigkeit seines Schäferhundes vor, indem er ihn erst mit „Fass“ auf mich hetzte und dann, gerade noch rechtzeitig, abrief. Als Semesterferien-Jobberin bei der Post wurde ich regelmäßig von allen Hunden auf meiner Tour verbellt und von einem Deutschdrahthaar schließlich auch gebissen.

Aber, mit einem eigenen Hund ist ja alles anders! So machten wir uns also Ende 1979 auf die Suche nach Airedale Züchtern und wurden mit Hilfe des Klubs für Terrier ganz in unserer Nähe fündig. Inge und Lothar Engelbrecht, Airedale-Zwinger „vom Wallenstein”, hatten gerade ihren zweiten, den B-Wurf, liegen.

An unseren ersten Besuch kann ich mich noch sehr gut erinnern: Auf dem Grundstück um das Haus liefen mehrere imposante Airedale Terrier herum. Soooo groß hatte ich mir die Rasse nun doch nicht vorgestellt!!! An der Gartentür keine Klingel, Handys gab es damals noch nicht, wie also kommen wir nur auf dieses Grundstück und bis zur Haustür? Das Gebell waren Herrchen und Frauchen offensichtlich gewöhnt – es rief keinerlei Reaktion hervor. Allen Mut zusammen fassend, sprachen wir die Hunde freundlich an, hielten unsere Hände zum Abschlabbern hin und schwenkten gedanklich die weiße Friedensfahne vor uns.

Nachdem wir so einige Zeit am Zaun angebandelt hatten, wagten wir uns an die Gartentür und gingen vorsichtig auf’s Grundstück. Es passierte uns nichts, außer dass das Leittier Amor sich auf meinen Füßen nieder ließ und sich dicht an meine Beine schmiegte. Ich durfte ihn ausgiebig knuddeln, während mein Mann den Rest der Meute um sich herum springen hatte. So gelangten wir langsam, aber sicher, bis an die Haustür, wo uns aus dem Munde des Hausherrn ein Erstauntes „Wie sind Sie denn bis hierher gekommen? Dem Briefträger haben sie schon mal die Hose ausgezogen.“ empfing. Der Bann war gebrochen. Hunde, Herrchen und Frauchen hatten uns freundlich in Empfang genommen und alle waren uns spontan sympathisch.

Wir sind Engelbrechts damals wahrscheinlich ganz schön auf die Nerven gegangen, waren wir doch bis zur „Abgabereife“ künftig einmal die Woche zu Besuch bei den Welpen. Am Osterwochenende 1980 war es dann so weit, wir holten unseren ersten Airedale Terrier, „Bojan vom Wallenstein”, überglücklich ab und können uns mittlerweile ein Leben ohne Airedale Terrier nicht mehr vorstellen.

Bojan war für uns Anfänger ein idealer Hund: Er lebte sich schnell bei uns ein, akzeptierte unsere beiden Wellensittiche Hänsel und Gretel, über die er hinweg spazierte, wenn diese sich auf dem Fußboden breit machten, war gelehrig und wusste bei allem Temperament aber auch, wann Ruhe angesagt war. Niemals hat er gezogen, wenn ich hochschwanger auf glatten Wegen mit ihm unterwegs war. Neu geborenen Familienmitgliedern schlabberte er einmal über’s Gesicht und hieß sie hündisch willkommen. Beim Stillen nahm er geduldig Platz neben meinem Sessel (Dabei sein ist alles!). Später tobten die Kinder mit ihm herum, kommandierten mit „Itz“ (Sitz) und „Atz“ (Platz), sobald sie laufen konnten. Bojan folgte ihnen gerne auf dem Fuß und meistens auch ihren Kommandos (ich weiß, korrekt heißt es „Hörzeichen“), ließ sich aus ihren kleinen Händen doch oftmals Essbares entwinden.

Über unseren Züchter kamen wir nicht nur zum Familienhund, sondern schließlich auch noch zum Hundesport, den wir vorher eher zu verspotten geneigt waren.

In einem kleinen Hundesportverein in einem der Nachbarorte wurden also die ersten Erfahrungen im Fährten, der Unterordnung und dem Schutzdienst gesammelt. Von nun an hieß Wochenende für meinen Mann (und oftmals die ganze Familie) zumindest zeitweiliger Aufenthalt auf einem Hundesportgelände. Die Kinder trafen dort andere Kinder, hatten auf vielen Plätzen einen eigenen Spielbereich und tummelten sich bei Wind und Wetter im Freien.

Zu Airedale Terrier Bojan kamen in den nächsten Jahren Wanja, Afra und Zissy hinzu. Sie können sich vorstellen, dass es bei uns munter zuging. Auch die Freunde unserer Kinder tummelten sich gerne bei uns, spielten und tobten mit den Hunden, ohne dass man jemals um ihre Sicherheit und Unversehrtheit hätte besorgt sein müssen.

Zissy vom Kloster Bardel” wurde schließlich in 1991 zur Stamm-Mutter unseres Zwingers „vom Schwalmtor“. Sie schenkte uns im ersten Wurf 12 Welpen, sechs Hündinnen und sechs Rüden, die alle prächtig gediehen. Mit “Aika vom Schwalmtor” aus diesem Wurf ging es einige Jahre später in der Zucht weiter. Die Hundezucht ist ein zeitaufwändiges Hobby, weswegen wir auch erst beim 16., dem Q-Wurf, angelangt sind.

Nicht nur die ganze Familie wird eingespannt, sondern auch Freunde helfen mit, unsere Welpen gut zu versorgen und zu prägen. Meinen jugendlichen Freunden Elias und Leonard sowie meiner Freundin Margarete sei deshalb an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

Stets war und ist unser Ziel, gesunde, wesensfeste und gut geprägte Airedale Terrier aus sorgfältig gewählten Verpaarungen hervor zu bringen. Unsere Airedale Terrier sollen nicht nur das unverwechselbare Aussehen eines Airedales haben, sondern sie sollen auch selbstbewusst, temperamentvoll und von vielseitigem, anpassungsfähigem Wesen sein.

Das Züchten von Airedale Terriern ist deshalb für uns weit mehr als die Verpaarung von Hündin und Rüde. Mit großer Sorgfalt wählen wir die Elterntiere aus, die in unserer Zucht eingesetzt werden. Unzählige Bücher über Hunde im Allgemeinen, Wesen und Verhalten, Zucht, Aufzucht und Ausbildung wurden und werden in dem Bestreben studiert, eine gute Airedale-Terrier-Linie hervor zu bringen.

Die von uns in der Zucht eingesetzten Rüden anderer Zwinger haben sich durch sicheres Verhalten und Leistung ausgezeichnet. Meist kennen wir auch deren Vorfahren nicht nur aus den Ahnentafeln, sondern aus eigener Anschauung.

Viele zufriedene Airedale-Besitzer eines oder einer „vom Schwalmtor“ sind dankenswerter Weise über Jahre mit uns in Kontakt geblieben, so dass wir uns auch immer wieder über die Entwicklung unseres Nachwuchses informieren und rückversichern konnten, auf dem richtigen Weg zu sein.

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